Gerundiv


FORM

Das Gerundiv wird im Deutschen auch „zu-Partizip“ genannt, da es sich aus der Präposition zu und dem Partizip I zusammensetzt.

Das Partizip I ist eine infinite Verbform, die durch das Anhängen eines d an den Infinitiv I Aktiv gebildet wird.

Die Präposition zu hat keine feste Position:

  • Bei den Verben ohne Präfixe ist sie immer vorangestellt und wird getrennt geschrieben: die zu lesenden Bücher.

  • Bei den trennbaren Verben steht sie zwischen dem Präfix und dem Verb und wird zusammengeschrieben: zurückzuerstattenden Kosten.

  • Bei den untrennbaren Verben steht sie vor dem präfigierten Verb und wird getrennt geschrieben: die zu verkaufenden Produkte.

Das Gerundiv fungiert im Satz nur als Attribut und unterliegt der adjektivischen Deklination.

GRAMMATISCHE BEDEUTUNG

Grammatisch gesehen hat das Gerundiv eine passivische Bedeutung, denn es ist auf das Passiv mit dem Modalverb müssen oder können und bei Verneinung mit dem Modalverb können zurückzuführen:

die zu lesenden Bücher = die Bücher, die gelesen werden müssen bzw. können

die nicht zu erledigenden Aufgaben = die Aufgaben, die nicht erledigt werden können

LEXIKALISCHE BEDEUTUNG

Lexikalisch gesehen drückt das Gerundiv:

  • eine Notwendigkeit oder Möglichkeit (die zugrundeliegende passivische Konstruktion mit dem Modalverb müssen oder können) oder

  • bei Verneinung Unmöglichkeit (die zugrundeliegende passivische Konstruktion mit dem Modalverb können)

#gerundivum

404 Ansichten