Transitivität


Die Transitivität ist die Eigenschaft eines Verbs, Passivformen zu bilden. Verben, die das Passiv bilden können, werden transitiv genannt, während diese, die über keine Passivformen verfügen, intransitiv.

Manche definieren transitive Verben als solche Verben, die einen Akkusativobjekt aufweisen und deswegen ins Passiv überführt werden können. Diese Definition stimmt aber nicht ganz. Zwar verfügt die Mehrheit der deutschen Verben über einen Akkusativobjekt, der in einem passivischen Satz zum Nominativsubjekt wird, doch es gibt auch eine Vielzahl an solchen Verben, die keinen Akkusativobjekt an sich binden und trotzdem im Deutschen transitiv sind. Diese für die meisten Ausländer unüblichen Passivformen sind:

1. Das unpersönliche Passiv mit dem Pronomen es:

Es wurde die ganze Nacht getanzt und gesungen.

2. Das unpersönliche Passiv mit dem Dativ- und Präpositionalobjekt:

Dem Kind wurde geholfen.

Auf die Qualität ist geachtet worden.

3. Die passivische Imperativform.

Es wird jetzt geschlafen!

Es gibt es solche Verben im Deutschen, die zwar einen Akkusativobjekt aufweisen, aber nicht transitiv sind. Solche Verben nennt man im Deutschen pseudotransitiv. In der Liste unten findet ihr einige Beispiele dafür.

Für einen Nicht-Deutschen ist es oft sehr schwierig zu entscheiden, ob ein Verb transitiv oder intransitiv ist, zumal sich die Weltsprachen in dieser Hinsicht stark unterscheiden. Aus diesem Grund habe ich unten eine Liste der Verben zusammengestellt, die intransitiv sind:

1. Wahrnehmungsverben (sehen, hören, fühlen, spüren) und lassen, lehren, die im Satz mit einem Infinitiv erscheinen:

Der Mann hörte den Einbrecher kommen.

Ich ließ mit letzte Woche die Haare schneiden.

2. Verben, die eine Haben-Relation ausdrücken: besitzen, bekommen, haben, erhalten, gehören.

3. Reflexive Verben, dessen Reflexivpronomen im Akkusativ steht.

4. Verben, die Betrag oder Inhalt ausdrücken: umfassen, kosten, wiegen, gelten.

5. Verben, die etwas Vorhandenes ausdrücken: sich befinden, geben (es gibt).

6. Kopulaverben: sein, werden, bleiben.

7. Unpersönliche Verben, die sich nur mit dem unpersönlichen es verbinden: regnen, schneien, hageln, nieseln, dunkeln. Auch unpersönlich gebrauchte Verben: klingeln, klopfen, läuten.

8. Verben, die einen psychischen oder physischen Zustand (Zustandsverben) ausdrücken: ähneln, gefallen, schmecken, entsprechen, genügen.

Darunter auch Verben, die sich mit dem unpersönlichen es und dem reflexiven Akkusativ- bzw. Dativobjekt verbinden:

Es friert mich. Mich friert.

9. Verben, die den Übergang in einen neuen Zustand (Vorgangsverben) bezeichnen: erkranken, wachsen, verhungern.

10. Bewegungsverben, die das Perfekt mit dem Hilfsverb sein bilden: kommen, gehen, laufen.

Es gibt auch Bedeutungsvarianten der obengenannten Bewegungsverben, die über ein Akkusativobjekt verfügen und das Perfekt mit dem Hilfsverb haben bilden:

Mein Vater hat mich zur Schule gefahren.

Ein erfahrener Pilot hat das Flugzeug geflogen.

Diese Bedeutungsvariante ist transitiv.

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