Komposition


Die Wortbildung ist die Lehre davon, wie Wörter in einer Sprache gebildet werden. Man unterscheidet zwischen vier Wortbildungsarten im Deutschen (Klassifizierung nach Duden):

1. Komposition

2. Derivation

3. Konversion

4. Kurzwortbildung

In diesem Beitrag konzentriere ich mich auf die erste Wortbildungsart - die Komposition.

Bei der Komposition verbinden sich zwei oder mehr wortfähige Konstituenten zu einem komplexen Wort (einem Kompositum, Plur. Komposita).

Von Bedeutung ist hier das Adjektiv wortfähig. Zu den wortfähigen Konsituenten zählen:

1. lexikalische Morpheme - Spracheinheiten, die eine lexikalische Bedeutung tragen (wie Haus, Arzt, Bank usw.);

2. Wortstämme - die lexikalischen Morpheme, die auf den Stamm reduziert worden sind (wie wohn von wohnen).

Spracheinheiten wie Affixe, die über keine explizite lexikalische Bedeutung verfügen (also keine lexikalischen Morpheme oder Wortstämme sind), gehören zu der zweiten Wortbildungsart - der Derivation.

Ferner unterscheidet man zwischen zwei Arten der Komposita:

1. Das Additivkompositum - ein Kompositum, bei dem zwei oder mehr lexikalische Morpheme miteinander kombiniert worden sind und ohne Bedeutungsänderung umgestellt werden können: süßsauer, schwarz-rot-gold.

2. Das Determinativkompositum - ein Kompositum, bei dem sowohl lexikalische Morpheme als auch Wortstämme zu einem komplexen Wort kombiniert worden sind. Hier ist die Reihenfolge der Konstituenten sehr wichtig, denn davon hängt die Bedeutung des ganzen Kompositums ab: Blockhaus, Doppelhaus, Fertighaus. Das letzte Glied eines Determinativkompositums heißt Grundwort, denn es trägt die Grundbedeutung des ganzen Kompositums und legt die grammatischen Kategorien wie Wortart und Genus fest. Die restlichen Glieder sind Bestimmungswörter, die die Grundbedeutung des Kompositums näher bestimmen.

Hier eine kleine Graphik zum Determinativkompositum:

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