Die Funktionen von "dafür"


Dieses Wörtchen sollte man gar nicht unterschätzen. Manchmal lacht man in sich hinein und denkt, dass man ohne solche Wörter mit einem Satz auch sowieso klarkommen kann. Ja natürlich! Den allgemeinen Sinn kann man ohne Weiteres verstehen. Der Teufel steckt aber im Detail. Und wenn man eine Sprache wie Muttersprachler beherrschen will, muss man eben die Aufmerksamkeit auf die kleinsten Wörter lenken und die dahinter steckenden Nuancen lernen.

Dafür kann verschiedene Funktionen in einem Satz erfüllen. Unten stelle ich euch die drei Wichtigsten vor. Wir beginnen damit, wie dafür zwei oder mehr Sätze semantisch verbinden kann.

I. Syntaktische-semantische Funktion

Das Wörtchen kann zwei Sätze miteinander verbinden, sodass sie zu einer semantischen Einheit werden. Dank dieser Eigenschaft verhält es sich wie eine Subjunktion oder Konjunktion. Man unterscheidet zwischen zwei Bedeutungen von dafür:

1. Zweck

Schauen wir zuerst das Beispiel unten:

Ich konnte kaum schlafen, da mein Nachbar bis spät in die Nacht Trompete spielte. Ich habe mit ihm tausendmal gesprochen, aber immer hat er meine Bitten abgeschlagen. Ich musste etwas ausdenken, damit ich die ganze Nacht ruhig durchschlafen konnte. Dafür habe ich mir Ohrstöpsel gekauft.

Dafür könnte in diesem Satz durch zu diesem Zweck ersetzt werden. Man kann den Inhalt auch mittels um… zu ausdrücken:

Ich habe mir Ohrstöpsel gekauft, um die ganze Nacht ruhig durchschlafen zu können.

2. Hervorhebung einer positiven Eigenschaft

Muss man jemanden oder etwas negativ beurteilen, will man aber auch gleichzeitig etwas Positives hinzufügen, dann kann man auch dafür in Anspruch nehmen. Schaut ihr euch das Beispiel unten:

Der Schüler bekommt schlechte Noten in Mathe und Physik, dafür ist er ein Sprachtalent.

In diesem Zusammenhang fungiert dafür als eine Art Ausgleich, um negative oder weniger attraktive Eigenschaften abzumildern.

II. Referenzielle Funktion

Diese Funktion betrifft die Rektion mit der Präposition für. Referenziell bedeutet nämlich, dass ein Satzteil sich auf ein anderes Satzelement bezieht. Nehmen wir zuerst die Phrase Verständnis haben für:

Unser Finanzamt wird kein Verständnis dafür haben, dass wir keine korrekte Rechnung beibringen.

In dem obigen Satz bezieht sich dafür auf den dass-Satz. Und hier unten könnt ihr sehen, dass sich das Wörtchen auch auf einen vorangehenden Satz beziehen kann:

Partys, laute Musik, Unordnung. Dafür habe ich kein Verständnis!

Mehr Beispiele zum referenziellen dafür:

Letzte Woche hat das Unternehmen eine neue Firma übernommen. Dafür hat es viel Geld ausgegeben.

Erinnerst du dich daran, dass wir dem Mark einmal bei der Arbeitssuche geholfen haben? Jetzt will er sich dafür bedanken und lädt uns zum Essen ein.

III. Feste Wendungen

Dafür ist auch ein Teil von ein paar festen Wendungen. Die Relevantesten sind:

1. dafür sein - einer Sache zustimmen, einverstanden sein (Antonym: dagegen sein)

2. dafür stehen – in der Wendung: Jemand steht (nicht) dafür, dass … (Jemand haftet (nicht) dafür, dass …)

3. dafür sprechen – in den Wendungen: Alles spricht dafür, dass … (Es ist fast sicher, dass …) und Was spricht dafür, etwas zu machen (Warum sollte man etwas machen?)

4. dafür halten – in den Wendungen: Jemand hält dafür, dass … (Jemand ist der Meinung, dass …) und nach jemandes Dafürhalten (nach jemandes Meinung)

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